Elder Richard G. Scott
vom Kollegium der Zwlf Apostel
Es ist nur schwer vorstellbar, dass es in der heutigen Welt etwas Aufregenderes fr einen jungen Mann, eine junge Frau oder ein Ehepaar gibt, als eine Vollzeitmission fr die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zu erfllen. Die Botschaft des wiederhergestellten Evangeliums, die wir verknden, ist lebenswichtig. Sie ist von Gott, unserem ewigen Vater, an jedes seiner Kinder gerichtet, und in ihrem Mittelpunkt steht sein geliebter Sohn, Jesus Christus. Wird die Botschaft richtig verstanden und gelebt, kann sie Unruhe durch Frieden und Kummer durch Glck ersetzen und Lsungen fr die stndigen Herausforderungen des Lebens bieten.
Wir haben sehr klare Anweisungen, wie man in der Missionsarbeit Erfolg haben kann. Sie stehen in der Anleitung Verkndet mein Evangelium! und den dazugehrigen Hilfsmitteln. Die neuen, hchst effektiven Missionarslektionen basieren darauf, mit Hilfe des Geistes zu lehren, anstatt nur auswendig zu lernen. Sie haben die Missionsarbeit weltweit wesentlich verbessert. Jeder Missionsprsident wurde grndlich darin unterwiesen, wie dieses neue Material zu verwenden ist. Das Ergebnis ist eine Gruppe von fachlich kompetenten, engagierten und begeisterten Missionsprsidenten, die fhig sind, ihre Missionare zu inspirieren und machtvoll zu motivieren.
Dass die Missionare weltweit die Anregungen in der Anleitung Verkndet mein Evangelium! studieren und umsetzen, hat unsere Fhigkeit, die Botschaft der Wiederherstellung zu verknden und den Erlsungsplan und weitere Evangeliumslehren zu vermitteln, verbessert. Die erhhten Anforderungen hinsichtlich der Wrdigkeit zeigen weitreichende Auswirkungen: Das Ergebnis ist ein gr?erer Einsatzwille auf Mission, ein besserer Zusammenhalt unter den Missionaren, viel mehr Erfolg beim Belehren und mehr Neubekehrte, die aktiv bleiben.
Insgesamt sind die Vorgaben, wie Missionsarbeit zu erfolgen hat, besser denn je. Sie frdern die missionarische Ttigkeit in aller Welt und gehen von den Gebietsprsidentschaften, den sieben Prsidenten der Siebziger, dem Kollegium der Zwlf Apostel und der Ersten Prsidentschaft, die der Missionsarbeit persnlich gro?e Aufmerksamkeit schenkt, aus.
Interessante Missionsfelder in aller Welt ermglichen es, dass durch die Inspiration des Herrn junge Mnner und Frauen und aufopferungswillige Ehepaare je nach ihren Fhigkeiten und Bedrfnissen zu anspruchsvollen Aufgaben berufen werden. Ich freue mich, dass ich an dieser fesselnden Arbeit, die so vielen auf der Welt zu gro?em Segen gereicht, mitwirken darf.
Elder M. Russell Ballard hat darber gesprochen, dass man sich ein Zuhause schaffen soll, in dem das Evangelium weitergegeben wird. Ich mchte darber sprechen, wie man sich als ltester, Schwester oder Ehepaar auf eine Vollzeitmission vorbereitet.
Diese Vorbereitung beginnt lange vor dem Missionsalter in der Familie, wenn die Eltern bei jedem Jungen in Herz und Sinn den Gedanken verankern: „Wenn ich auf Mission gehe“, und nicht: „Falls ich auf Mission gehe“. Kindern kann man Evangeliumswahrheiten am besten zu Hause vermitteln, denn hier kann die Belehrung individuell dem Alter und den Fhigkeiten eines jeden Kindes angepasst werden. Zu Hause kann die ganze Rstung der Wahrheit auf die individuellen Eigenschaften eines jeden Kindes zugeschnitten werden. Die Unterweisung durch die Eltern bereitet Kinder aufs Leben und wrdige junge Mnner auf die Freuden einer Mission vor. Zu Hause kann ein Mdchen erkennen, dass seine wichtigste Aufgabe die ist, Ehefrau und Mutter zu sein. Aber im Laufe dieser Vorbereitung kann sich die Gelegenheit auftun, eine Vollzeitmission zu erfllen, sofern der jngst von der Ersten Prsidentschaft erteilte Rat befolgt wird: „Wrdige, alleinstehende Frauen, die einundzwanzig oder lter sind, knnen fr eine Vollzeitmission vorgeschlagen werden. Diese Schwestern knnen einen wertvollen Beitrag leisten, aber sie sollten keinesfalls gedrngt werden, auf Mission zu gehen. Der Bischof schlgt sie nicht fr eine Mission vor, wenn sich dies auf bevorstehende Heiratsabsichten auswirkt.“1
Viele Eltern verwenden Teile der Anleitung Verkndet mein Evangelium!, um Gedanken hervorzuheben, die Frchte tragen, je weiter das Zeugnis der Kinder, die zu Hause umsorgt werden, heranreift. Als kleiner Junge kann man lernen, seine Pflichten als zuknftiger Priestertumstrger zu erfllen. Man bekommt Hilfe, wie wichtige Lehren des Herrn aufzufassen und anzuwenden sind. Man wird bestrkt, wrdig zu leben, damit man die heiligen Handlungen des Tempels empfangen und auf Mission gehen kann. Solche Erfahrungen schaffen eine Grundlage dafr, dass man spter ein guter Ehemann und Vater wird.
Bestimmte Abschnitte aus der Anleitung werden einer Jungen Dame helfen, die Lehre, was ihre Rolle als Ehefrau und Mutter betrifft, zu verstehen und anzuwenden. Sollte sie beschlie?en, auf Mission zu gehen, hat sie schon eine Grundlage dafr gelegt. Das Seminar hilft den Jungen Mnnern und den Jungen Damen, eine Grundlage fr Glck und Erfolg im Leben zu schaffen. Es gibt einen besonderen Kurs im Institut und an den drei Brigham-Young-Universitten, der Sie auf Ihre Mission vorbereiten kann. Er basiert auf den Grundstzen aus der gro?artigen Anleitung Verkndet mein Evangelium! und geht mit ihr Hand in Hand. Er verschafft Ihnen einen Vorsprung, wenn Sie auf Mission berufen werden.
Wie machtvoll und effizient die Anleitung Verkndet mein Evangelium! fr Missionare, Fhrungskrfte, Mitglieder und Eltern ist, zeigt sich in der Tatsache, dass bis heute fast eine Million Exemplare ausgegeben worden sind. Nutzen auch Sie ein eigenes Exemplar?
Als Bischof oder Zweigprsident knnen Sie mit Hilfe motivierender Unterredungen fr jeden jungen Mann in Ihrer Gemeinde und auch fr geeignete Ehepaare zum Segen werden, wenn Sie sie auffordern, sich auf eine Vollzeitmission vorzubereiten. Dies wird nicht nur diesen potenziellen Missionaren helfen, sondern wahrscheinlich auch die Gebete von Eltern beantworten, deren heranwachsender Sohn sich trotz ihrer Bemhungen, in ihm den Wunsch nach einer Mission zu wecken, noch nicht dazu entschlossen hat. Beispielsweise hat unsere Tochter, Mary Lee, von klein auf bis ins Erwachsenenalter gehrt, wie ihre Eltern ber die fr sie so wertvollen Missionserfahrungen sprachen. Wir haben ihr erklrt, wie sehr wir von schwierigen Aufgaben auf Mission profitiert haben und wie dies die Grundlage all dessen, was uns kostbar ist, geschaffen hat. Wir haben ihr aber auch gesagt, dass die Entscheidung bei ihr liegt, ob sie auf Mission geht oder nicht. Als Heranwachsende hatte sie die feste Absicht, auf Mission zu gehen. Als sie sich aber dem Missionarsalter nherte, hatte sie Freude an ihrem Studium gefunden, und es erffneten sich ihr interessante Alternativen. Als sie einmal erwhnte, dass sie unentschlossen sei und mit sich ringe, empfahlen wir ihr ein Gesprch mit dem Bischof. Ein Termin wurde vereinbart. Sie nahm bei diesem gro?artigen Bischof Platz und fragte ihn: „Was halten Sie von dem Gedanken, dass ich auf Mission gehe?“ Der Bischof sprang von seinem Stuhl auf, schlug mit den Hnden auf den Tisch und sagte: „Etwas Besseres knnte ich mir fr Sie gar nicht vorstellen.“ Das gab fr sie den Ausschlag.
Mary Lee absolvierte sehr erfolgreich eine Mission in Spanien, bei der sie schlummernde Talente in sich entdeckte, geistig reifte und Fhigkeiten entwickelte, die fr sie als Ehefrau und Mutter ein Segen waren. Der Bischof, der diesen tief greifenden Einfluss auf meine Tochter hatte, hie? J. Willard Marriott Jr. Er ist derzeit Gebiets-Siebziger. Wir werden ihm nie vergessen, was er fr unsere Tochter Mary Lee getan hat. Mit dem starken Vorbild eines Vaters und einer Mutter vor Augen, die auf Mission waren, haben inzwischen ein Sohn und eine Tochter aus ihrer eigenen Familie eine beispielhafte Mission erfllt. Der andere Sohn wird zweifellos auch ein Missionar werden, und die andere Tochter wird zu gegebener Zeit die richtige Entscheidung treffen. Ein weiteres Enkelkind ist in die Fu?stapfen seines Vaters getreten und wurde vor kurzem in die Mexiko-Mission Cuernavaca berufen.
Bischfe und Zweigprsidenten, auch Sie knnen gro?en Einfluss auf die Missionare nehmen, die Sie ermutigen und vorbereiten, und ebenso auf deren Nachkommen. Bitten Sie die Kollegiumsfhrer des Aaronischen Priestertums und die AP-Berater sowie die Fhrungskrfte der Hohen Priester, der ltesten und der Schwestern um Untersttzung, damit Sie mglichst viele wrdige Missionare auf ihre Berufung vorbereiten knnen. Auf Grund des neuen Materials fr Missionare treffen viel mehr der von Ihnen vorgeschlagenen Missionare besser vorbereitet und hchst motiviert im Missionsfeld ein. Whrend die meisten Kandidaten ohne gro?e Mhe bereitgemacht werden knnen, mssen einige andere erhebliche Korrekturen vornehmen, um wrdig zu sein. Helfen Sie ihnen mit der Untersttzung der Eltern, die Ma?stbe zu erfllen.
Beten Sie darber, welche Ehepaare Sie auffordern knnen, die Papiere einzureichen, die man fr eine Berufung auf Mission braucht. Solche Paare werden dringend bentigt.
Ich bin stets sehr erstaunt, wie trefflich der Heilige Geist die Eigenschaften und Bedrfnisse eines jeden Missionars und Missionarsehepaares und die unterschiedlichen Verhltnisse in den Missionen in aller Welt zusammenfgt. Mir ist aufgefallen, dass einige der strksten und fhigsten Brder und Schwestern in die Vereinigten Staaten und nach Kanada berufen werden, damit dort die Wurzeln der Kirche stark bleiben. Ich habe erlebt, wie Missionare, die von ungewhnlichen Auftrgen zurckkehrten, die sich beispielsweise an die Sitten und Gebruche einer Insel im Pazifik, der Mongolei oder des Hochlandes von Guatemala anpassen oder mit kaum einem persnlichen Kontakt zum Missionsprsidenten auskommen mussten, in herausragender Weise ungeahnte persnliche Fhigkeiten entwickelten.
Ich mchte einmal von ganzem Herzen darber sprechen, was mir eine ehrenhaft erfllte Vollzeitmission bedeutet. Ich bin in einer Familie mit sehr guten Eltern aufgewachsen, obwohl mein Vater kein Mitglied und meine Mutter weniger aktiv war. Das nderte sich nach meiner Mission. Sie entwickelten sich zu gefestigten Mitgliedern und arbeiteten eifrig im Tempel mit, er als Siegler und sie als Verordnungsarbeiterin. Als junger Mann konnte ich jedoch, wie viele von Ihnen heute, nicht selbst beurteilen, wie wichtig eine Mission ist. Ich verliebte mich in eine au?ergewhnliche junge Frau. An einem entscheidenden Punkt in unserer Beziehung machte sie ganz deutlich, dass sie die Ehe nur im Tempel und nur mit einem zurckgekehrten Missionar schlie?en wrde. Dergestalt motiviert, erfllte ich eine Mission in Uruguay.
Es war nicht einfach. Der Herr gab mir viele Herausforderungen, die ein Trittstein fr meinen Fortschritt wurden. Dort erlangte ich ein Zeugnis davon, dass Gott, der Vater, und sein geliebter Sohn, Jesus Christus, tatschlich Joseph Smith erschienen waren und so die Wiederherstellung der Wahrheit, der Priestertumsvollmacht und der wahren Kirche auf Erden eingeleitet haben. Ich erlangte ein Zeugnis davon, dass Joseph Smith ein einzigartiger Prophet ist. Ich verinnerlichte grundlegende Lehren. Ich fand heraus, was es bedeutet, vom Geist gefhrt zu werden. Oft stand ich nachts, als mein Mitarbeiter schlief, auf, um mein Herz vor dem Herrn auszuschtten und Fhrung und Leitung zu finden. Ich bat um die Fhigkeit, mich verstndlich auf Spanisch ausdrcken zu knnen, damit ich den Menschen, die ich so lieb gewonnen hatte, Zeugnis geben und ihnen von der Wahrheit erzhlen konnte, die ich erkannt hatte. Diese Gebete wurden im berfluss beantwortet. Zur selben Zeit wurde auch meine zuknftige ewige Partnerin, Jeanene, durch ihre eigene Mission zu einer au?ergewhnlichen Ehefrau und Mutter geformt.
Vor allem aber begann all das, was fr mich von gr?tem Wert ist, auf Mission heranzureifen. Wre ich nicht ermutigt worden, ein Missionar zu sein, dann htte ich heute auch nicht meine Partnerin fr die Ewigkeit und meine kostbare Familie, die ich so liebe. Sicherlich htte ich auch beruflich nicht so au?ergewhnliche Gelegenheiten gehabt, alle meine Fhigkeiten zu erweitern. Ich htte bestimmt auch keine heiligen Berufungen und damit die Gelegenheiten zum Dienen bekommen, fr die ich ewig dankbar sein werde. Ich bin reichlich gesegnet worden, weil ich eine Mission erfllt habe.
Knnen Sie jetzt verstehen, warum mir so viel daran liegt, jeden jungen Mann dazu zu bewegen, ein wrdiger Missionar zu sein? Knnen Sie begreifen, warum ich Sie als reifes Ehepaar auffordere, Plne zu machen und, sofern es Ihnen gesundheitlich mglich ist, dem Herrn als Missionar zu dienen? Knnen Sie erkennen, warum ich einigen jungen Frauen empfehle, sofern der Wunsch vorhanden ist und keine Heirat bevorsteht, ernsthaft zu erwgen, ob sie dem Herrn als Missionarin dienen wollen? Unsere Familie wurde dadurch sehr gesegnet, dass die Ehefrau und Mutter sich entschlossen hatte, zur selben Zeit wie ich eine Vollzeitmission zu erfllen.
Wenn Sie als junger Mann sich fragen, ob Sie auf Mission gehen sollten, dann treffen Sie diese richtungsweisende Entscheidung nicht nur mit Ihrer eigenen Weisheit. Beraten Sie sich mit Ihren Eltern und Ihrem Bischof oder dem Pfahlprsidenten. Bitten Sie den Herrn im Gebet, Ihnen seinen Willen kundzutun. Ich wei?, dass Ihnen jetzt und auf Ihrem weiteren Lebensweg eine Mission ein au?erordentlicher Segen sein wird. Ich bitte Sie eindringlich, nicht zu beten, ob Sie gehen sollten, sondern den Herrn zu bitten, Sie in allem zu leiten, was notwendig ist, um ein wrdiger, fhiger Vollzeitmissionar zu werden. Sie werden niemals bereuen, dass Sie eine Mission erfllt haben, aber Sie werden hchstwahrscheinlich bereuen, das nicht getan zu haben, wenn das Ihre Wahl sein sollte.
Ich wei?, dass Jesus der Christus ist und dass seine Kirche und die Flle des Evangeliums auf dieser Erde durch einen einzigartig wichtigen Propheten, nmlich Joseph Smith, wiederhergestellt worden sind. Ich bezeuge, dass eine mit Hingabe erfllte Vollzeitmission eine Quelle gro?en Glcks und reicher Segnungen ist; nicht nur fr den, der die Botschaft vernimmt, sondern auch fr den, der – gefhrt vom Geist – die Botschaft berbringt. Im Namen Jesu Christi. Amen.