Prsident Boyd K. Packer
Amtierender Prsident des Kollegiums der Zwlf Apostel
Ich mchte ber einen Vater und seinen Sohn sprechen. Alma, der Vater, war ein Prophet, sein Sohn, Korianton, ein Missionar.
Zwei der Shne Almas Schiblon und Korianton, der jngste waren bei den Zoramiten auf Mission. Alma war sehr enttuscht, dass sein Sohn Korianton nicht nach den Ma?stben, die fr einen Missionar gelten, lebte. Korianton hatte den geistlichen Dienst verlassen und war in das Land Siron zur Dirne Isabel gegangen (siehe Alma 39:3).
Das war keine Entschuldigung fr dich, mein Sohn. Du httest dich um den geistlichen Dienst kmmern sollen, mit dem du betraut warst. (Alma 39:4.)
Alma sagte seinem Sohn, dass dieser vom Teufel verleitet worden sei (siehe Alma 39:11). Unkeuschheit ist die grulichste aller Snden, au?er wenn unschuldiges Blut vergossen oder der Heilige Geist geleugnet wird (Alma 39:5).
Ich wnschte bei Gott, dass du eines so gro?en Verbrechens nicht schuldig wrst. Dann sagte er: Ich wrde nicht bei deinen Verbrechen verweilen und dir die Seele martern, wenn es nicht zu deinem Besten wre.
Aber siehe, du kannst deine Verbrechen nicht vor Gott verbergen. (Alma 39:7,8.)
Er trug seinem Sohn nachdrcklich auf, sich an den Rat seiner lteren Brder zu halten (siehe Alma 39:10).
Alma machte Korianton klar, wie gro? dessen beltun war, weil dadurch Untersucher von der Wahrheit abgebracht worden waren: Als sie dein Verhalten sahen, wollten sie nicht an meine Worte glauben.
Und nun spricht der Geist des Herrn zu mir: Gebiete deinen Kindern, Gutes zu tun, damit sie nicht das Herz vieler Menschen ins Verderben verleiten; darum, in der Furcht vor Gott, gebiete ich dir, mein Sohn, von deinen beltaten abzulassen. (Alma 39:11,12.)
Nach diesem scharfen Tadel wurde aus Alma, dem liebevollen Vater, Alma, der Lehrer. Er wusste, dass das Predigen des Wortes sehr dazu fhrte, dass das Volk das tat, was gerecht war ja, es hatte eine mchtigere Wirkung auf den Sinn des Volkes gehabt als das Schwert oder sonst etwas (Alma 31:5). Also begann Alma, Korianton zu unterweisen.
Zuerst sprach er ber Christus: Und nun, mein Sohn, mchte ich dir einiges in Bezug auf das Kommen Christi sagen. Siehe, ich sage dir, dass er es ist, der gewiss kommen wird, um die Snden der Welt hinwegzunehmen; ja, er kommt, um seinem Volk die frohe Nachricht von der Errettung zu verknden. (Alma 39:15.)
Korianton fragte, woher sie bereits zu diesem Zeitpunkt vom Kommen Christi wissen konnten, das ja noch so weit in der Zukunft lag.
Alma erwiderte: Ist nicht zu dieser Zeit eine Seele fr Gott ebenso kostbar, wie eine Seele zur Zeit seines Kommens es sein wird? (Alma 39:17.)
Korianton war in Bezug auf die Auferstehung der Toten beunruhigt (Alma 40:1).
Alma hatte Gott ber die Auferstehung befragt und erzhlte seinem Sohn von der ersten Auferstehung und weiteren Auferstehungen. Es ist eine Zeit bestimmt, da alle von den Toten hervorkommen werden. (Alma 40:4.)
Er hatte die Frage gestellt: Was wird aus der Seele des Menschen von dieser Zeit des Todes bis zu der Zeit, die fr die Auferstehung bestimmt ist? (Alma 40:7.)
Dann erklrte er Korianton, dass jeder Mensch, sei er gut oder bse, zu dem Gott heimgefhrt wird, der ihm das Leben gegeben hat (Alma 40:11). Die Rechtschaffenen werden in einen Zustand des Glcklichseins aufgenommen (Alma 40:12), und die Bsen werden nach dem Willen des Teufels in Gefangenschaft gefhrt (Alma 40:13). Die Rechtschaffenen verbleiben im Paradies, bis zur Zeit ihrer Auferstehung (Alma 40:14).
Ihr [knnt] nicht sagen: Ich will umkehren, ich will zu meinem Gott zurckkehren. Nein, das knnt ihr nicht sagen; denn der gleiche Geist, der euren Krper zu der Zeit beherrscht, da ihr aus diesem Leben scheidet, dieser selbe Geist wird die Macht haben, euren Krper in jener ewigen Welt zu beherrschen. (Alma 34:34.)
Alma sagte zu seinem Sohn: Es gibt einen Zeitraum zwischen dem Tod und der Auferstehung des Leibes und einen Zustand der Seele im Glcklichsein oder im Elend bis zu der Zeit, die von Gott bestimmt ist, dass die Toten hervorkommen und in Seele und Leib wiedervereinigt und dazu gebracht werden, vor Gott zu stehen, und gem? ihren Werken gerichtet werden. (Alma 40:21.)
Die Seele damit ist der Geist gemeint wird dem Leib wiederhergestellt werden und der Leib der Seele (Alma 40:23). Dies, so Alma, ist die Wiederherstellung, wovon durch den Mund der Propheten gesprochen worden ist (Alma 40:24). Alma sagte auch: Einige haben die Schriften verdreht und sind deshalb weit in die Irre gegangen. (Alma 41:1.)
Dann sagte er: Und nun, mein Sohn, bemerke ich, dass es noch etwas gibt, was deinen Sinn beunruhigt, was du nicht verstehen kannst nmlich in Bezug auf die Gerechtigkeit Gottes bei der Bestrafung des Snders; denn du neigst zu der Meinung, es sei ungerecht, wenn der Snder einem Zustand des Elends berantwortet wird.
Nun siehe, mein Sohn, ich werde es dir erklren. (Alma 42:1,2.)
Er erzhlte Korianton vom Garten von Eden und vom Fall Adams und Evas: Und nun siehst du daraus, dass unsere ersten Eltern sowohl zeitlich als auch geistig von der Gegenwart des Herrn abgeschnitten waren; und so sehen wir, dass sie dem untertan wurden, ihrem eigenen Willen zu folgen. (Alma 42:7.)
Es wurde dem Menschen bestimmt zu sterben. (Alma 42:6.)
Dann erklrte er, warum der Tod absolut notwendig ist: Gbe es nicht den Plan der Erlsung (wrde er abgeschafft), so wre, sobald sie tot waren, ihre Seele elend gewesen, denn sie wre von der Gegenwart des Herrn abgeschnitten. (Alma 42:11.)
Alma belehrte Korianton ber Gerechtigkeit und Barmherzigkeit: Gem? der Gerechtigkeit [konnte] der Plan der Erlsung nicht anders als nur unter den Bedingungen der Umkehr des Menschen zuwege gebracht werden. (Alma 42:13.)
Er erklrte, dass der Plan der Barmherzigkeit nicht zuwege gebracht werden [konnte], wenn nicht ein Shnopfer gebracht wurde; darum shnt Gott selbst fr die Snden der Welt, um den Plan der Barmherzigkeit zuwege zu bringen, um die Forderungen der Gerechtigkeit zu befriedigen, auf dass Gott ein vollkommener, gerechter Gott sei, und auch ein barmherziger Gott (Alma 42:15).
Er belehrte Korianton ber das ewige Gesetz, das ein unwandelbarer Ma?stab ist (siehe Alma 42:17-25).
Ohne Umschweife machte er deutlich, warum es eine Strafe geben muss: Nun knnte Umkehr dem Menschen nicht zukommen, wenn nicht eine Strafe, die ebenso ewig ist, wie es das Leben der Seele sein soll, festgesetzt wre im Gegensatz zum Plan des Glcklichseins, der ebenso ewig ist wie das Leben der Seele. (Alma 42:16.)
Alma wusste aus eigener Erfahrung, wie schmerzhaft die Strafe ist und welche Freude die Umkehr bringt. Er selbst hatte einmal seinen Vater, den Gro?vater Koriantons, sehr enttuscht. Er hatte sich aufgelehnt und war mit dem Ziel umhergezogen, die Kirche zu vernichten (siehe Alma 36:6). Er war von einem Engel geschlagen worden, nicht weil ihm das recht geschah, sondern aufgrund der Gebete seines Vaters und anderer (siehe Mosia 27:14).
Alma hatte Gewissensqualen durchlebt und gesagt: Als ich so von Qual gepeinigt war, whrend ich durch die Erinnerung an meine vielen Snden gemartert wurde, siehe, da dachte ich auch daran, dass ich gehrt hatte, wie mein Vater dem Volk prophezeite, dass ein gewisser Jesus Christus, ein Sohn Gottes, kommen werde, um fr die Snden der Welt zu shnen.
Als nun mein Sinn diesen Gedanken erfasste, rief ich in meinem Herzen aus: O Jesus, du Sohn Gottes, sei barmherzig zu mir, der ich in der Galle der Bitternis bin und ringsum von den immerwhrenden Ketten des Todes umschlossen bin.
Und nun siehe, als ich dies dachte, konnte ich nicht mehr an meine Qualen denken; ja, ich wurde durch die Erinnerung an meine Snden nicht mehr gemartert.
Und o welche Freude, und welch wunderbares Licht sah ich; ja, meine Seele war von Freude erfllt, die ebenso bergro? war wie meine Qual!
Ja, ich sage dir, mein Sohn: Es konnte nichts so au?erordentlich und so bitter sein, wie meine Qualen es waren. Ja, und weiter sage ich dir, mein Sohn, andererseits kann nichts so au?erordentlich und so s? sein, wie meine Freude es war.
Ja, und von der Zeit an bis jetzt habe ich mich ohne Unterlass bemht, dass ich Seelen zur Umkehr bringe, dass ich sie dahin bringe, von der bergro?en Freude zu kosten, von der ich gekostet habe, damit auch sie aus Gott geboren und vom Heiligen Geist erfllt wrden. (Alma 36:17-21,24.)
Alma fragte Korianton: Meinst du etwa, die Barmherzigkeit knne die Gerechtigkeit berauben? (Alma 42:25.) Er erklrte, dass dank dem Shnopfer Christi beidem durch das ewige Gesetz Genge getan werden kann.
Vom Heiligen Geist dazu bewegt (LuB 121:43; siehe auch Alma 39:12) hatte Alma Korianton scharf zurechtgewiesen. Dann, nachdem er diese wesentlichen Evangeliumsgrundstze in aller Deutlichkeit und geduldig dargelegt hatte, erwies er gro?e Liebe.
Dem Propheten Joseph Smith wurde in einer Offenbarung gesagt: Kraft des Priestertums kann und soll keine Macht und kein Einfluss anders geltend gemacht werden als nur mit berzeugender Rede, mit Langmut, mit Milde und Sanftmut und mit ungeheuchelter Liebe, mit Wohlwollen und mit reiner Erkenntnis, wodurch sich die Seele sehr erweitert, ohne Heuchelei und ohne Falschheit alsbald mit aller Deutlichkeit zurechtweisend, wenn vom Heiligen Geist dazu bewegt; und danach demjenigen, den du zurechtgewiesen hast, vermehrte Liebe erweisend, damit er nicht meint, du seiest sein Feind; damit er wei?, dass deine Treue strker ist als die Fesseln des Todes. (LuB 121:41-44.)
Alma sagte: O mein Sohn, ich wnsche, du wrdest die Gerechtigkeit Gottes nicht lnger leugnen. Unterfange dich nicht, dich deiner Snden wegen im Geringsten zu entschuldigen, indem du die Gerechtigkeit Gottes leugnest; sondern lass du die Gerechtigkeit Gottes und seine Barmherzigkeit und seine Langmut vollen Einfluss auf dein Herz haben; und lass dich davon in Demut hinabfhren bis in den Staub. (Alma 42:30.)
Koriantons Gro?vater, der ebenfalls Alma hie?, war einer der Priester in den Diensten des schlechten Knigs Noa. Er hrte, wie der Prophet Abinadi von Christus Zeugnis gab, und bekehrte sich. Nachdem er zum Tod verurteilt worden war, floh er vom verruchten Hof des Knigs, um Christus zu verknden (siehe Mosia 17:1-4).
Dieses Mal war es Alma, der Vater, der seinen Sohn, Korianton, instndig darum bat, umzukehren.
Nachdem er seinen Sohn scharf zurechtgewiesen und ihm geduldig die Lehre des Evangeliums dargelegt hatte, sagte Alma als liebevoller Vater: Und nun, mein Sohn, wnsche ich, du wrdest dich von diesen Dingen nicht mehr beunruhigen lassen, sondern dich nur von deinen Snden beunruhigen lassen, mit jener Unruhe, die dich hinabfhrt zur Umkehr. (Alma 42:29.)
Voller Seelenqual und Scham lie? Korianton sich in Demut hinabfhren bis in den Staub (Alma 42:30).
Alma, der sowohl Koriantons Vater als auch dessen Priestertumsfhrer war, war nun mit Koriantons Umkehr zufrieden. Er befreite seinen Sohn von der furchtbaren Schuld, die diesem auf den Schultern lastete, und schickte ihn zurck ins Missionsfeld: Und nun, o mein Sohn, du bist von Gott berufen, diesem Volk das Wort zu predigen. Gehe deines Weges, verknde das Wort mit Wahrheit und Ernsthaftigkeit. Und mge Gott dir wahrhaftig gem? meinen Worten gewhren. (Alma 42:31.)
Korianton schloss sich seinen Brdern, Helaman und Schiblon, an, die zu den Priestertumsfhrern zhlten. Zwanzig Jahre spter verkndete er im Land nordwrts noch immer treu das Evangelium (siehe Alma 49:30; 63:10).
Die Welt, in der wir leben und in der sich unsere Kinder zurechtfinden mssen, ist sehr, sehr schlecht. berall werden wir mit Pornografie, Verwirrung um Geschlechterrollen, Kindesmissbrauch, Drogensucht und allem, was sonst noch dazugehrt, konfrontiert. Diesen Einflssen kann man nicht entgehen.
So manch einer gert aus Neugier in Versuchung und lsst sich auf Experimente ein, andere gehen der Sucht in die Falle. Sie geben die Hoffnung auf. Der Widersacher fhrt seine Ernte ein und bndelt sie.
Der Satan ist der gro?e Betrger, der Zerstrer doch sein Triumph ist nur vorbergehend.
Die Engel des Teufels berzeugen den einen oder anderen, er sei fr ein Leben geboren, dem er nicht entrinnen knne, und daher gezwungen, in Snde zu leben. Die verdorbenste aller Lgen ist, dass so jemand nicht umkehren, sich nicht ndern und keine Vergebung erlangen knne. Das kann nicht stimmen. Dabei vergisst man, dass es das Shnopfer Christi gibt.
Denn siehe, der Herr, euer Erlser, erlitt den Tod im Fleische; darum hat er die Schmerzen aller Menschen gelitten, damit alle Menschen umkehren und zu ihm kommen knnen. (LuB 18:11.)
Christus ist der Schpfer, der gro?e Heiler. Was er erschaffen hat, kann er auch wieder heil machen. Das Evangelium Jesu Christi ist das Evangelium der Umkehr und der Vergebung (siehe 2 Nephi 1:13; 2 Nephi 9:45; Jakob 3:11; Alma 26:13,14; Moroni 7:17-19).
Denkt daran, die Seelen haben gro?en Wert in den Augen Gottes. (LuB 18:10.)
Dieser Bericht aus dem Buch Mormon einem weiteren Zeugen fr Jesus Christus ber einen liebevollen Vater und dessen vom rechten Weg abgekommenen Sohn ist ein Schema, ein Muster, ein Beispiel.
Jeder von uns hat einen liebevollen Vater im Himmel. Dank des erlsenden Plans des Vaters sind diejenigen, die ins Straucheln geraten und den Halt verlieren, nicht fr immer versto?en (Titelseite des Buches Mormon).
Und wie gro? ist seine Freude ber die Seele, die umkehrt! (LuB 18:13.)
Der Herr kann nicht mit dem geringsten Ma? von Billigung auf Snde blicken, doch (LuB 1:31,32), sagt er auch: Wer von seinen Snden umgekehrt ist, dem ist vergeben, und ich, der Herr, denke nicht mehr an sie. (LuB 58:42.)
Kann es noch kstlichere und trstlichere Worte geben, die mehr Hoffnung schenken als diese Worte aus den heiligen Schriften? Ich, der Herr, denke nicht mehr an [ihre Snden] (LuB 58:42). Dieses Zeugnis steht im Buch Mormon, und dieses Zeugnis gebe auch ich Ihnen. Im Namen Jesu Christi. Amen.